Rut un Wiess

Fünf Lieder für den Effzeh

Mein Herz schlägt Rut un Wiess.

224 Kilometer trennen Dörentrup von Müngersdorf. Für den 1. FC Köln ist das keine Entfernung. Das ist Anlauf.

Das Bild ist vom 18. Mai 2025 — dem Tag, an dem der Aufstieg und das erste dieser Lieder auf dasselbe Datum fielen.

Lars Hüsemann am 18. Mai 2025 im RheinEnergieStadion, Schal um den Hals, die Faust in der Luft, hinter ihm die volle Tribüne.
  • 224km von Dörentrup im Lipperland bis vor das RheinEnergieStadion. Einfache Fahrt.
  • 2:32Std sagt das Navi. Es hat noch nie jemanden davon abgehalten.
  • 5Lieder für den Effzeh geschrieben. Drei davon sind am 31. August 2026 erschienen.
Dat es Kölle. Dat es mir. Aus „Rut un wiess“ · 18. Mai 2025

Der 18. Mai 2025

Der Tag, an dem beides zusammenfiel.

34. Spieltag, Müngersdorf, 4:0 gegen Kaiserslautern. Der 1. FC Köln wird Meister der 2. Bundesliga und ist zurück im Oberhaus. Die Tore fallen, das Stadion kippt, und irgendwann steht das halbe Müngersdorf auf dem Rasen. Beide Bilder auf dieser Seite sind von diesem Nachmittag — eines vorher, eines mittendrin.

Am selben Tag erscheint „Rut un wiess (dat es Kölle, dat es mir)“. Kein Marketingplan hat das so gelegt. Es hat einfach gepasst.

Lars Hüsemann am Aufstiegstag mit rot-weißem Schal auf dem Rasen des RheinEnergieStadions, im Hintergrund die Tribüne.
18. Mai 2025, Müngersdorf. Die Ruhe vor dem Sturm und vor dem Stadion.

Die Lieder

Fünf Stück. Kein einziges davon ernst gemeint —
und trotzdem jedes ernst gemeint.

  • Cover: rotes Quadrat, darauf in weißer Pinselschrift „EL AITSCH — Zehn auf dem Rücken“ und eine große 10. Neu

    Zehn auf dem Rücken

    31. August 2026

    • Kölsches Liedgut
    • Hymne

    Said El Mala trägt jetzt die Zehn. Die Nummer, die vor ihm Podolski hatte und vor dem Overath. Ein Lied über das, was auf so einem Rücken alles mitgetragen wird.

  • Cover: rot-weißer Strahlenkranz, darauf „EL AITSCH — Ten out of ten“ in gestreiften Blockbuchstaben. Neu

    Ten out of ten

    31. August 2026

    • Stadionhymne
    • Mitgröhl-Vibes

    Dasselbe Thema, andere Sprache, andere Kehle. Zehn von zehn Punkten für die Zehn — gebaut für den Moment, in dem das ganze Stadion mitgeht.

  • Cover: gezeichneter Kopf eines lachenden Fußballers im weiß-roten Trikot, darüber „EL AITSCH“, darunter „Hübi, komm zurück“. Neu

    Hübi, komm zurück

    31. August 2026

    • Kölsches Liedgut
    • Für einen

    Ende Oktober ging Timo Hübers gegen Dortmund mit dem Knie zu Boden und war die Saison los. Der FC hat verlängert, statt loszulassen. Dieses Lied macht dasselbe.

  • Cover: eine gezeichnete Geiß im Trikot des 1. FC Köln hält die Meisterschale, dahinter der Rhein, der Kölner Dom und das RheinEnergieStadion.

    Rut un wiess
    (dat es Kölle, dat es mir)

    18. Mai 2025

    • Kölsches Liedgut
    • Mitgröhl-Vibes

    Die Hymne für alle, die den Effzeh nicht in Köln lieben, sondern von weit weg. Erschienen an dem Tag, an dem der FC wieder aufgestiegen ist.

  • Cover: ein schwarzer Fußballschuh mit Stollen und ein schwarzer Stöckelschuh liegen nebeneinander im Rasen.

    Woran hat et jelegen?

    17. August 2025

    • Party
    • Ballermann

    Die Frage, die am Rhein nach jedem Spiel gestellt wird. Und nach den meisten Nächten auch. Fußballschuh und Stöckelschuh im Gras — mehr Erklärung braucht das Cover nicht.

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Warum ausgerechnet Köln

Man sucht sich das nicht aus.

Angefangen hat alles mit meiner großen Schwester, unserer Nachbarin, Litti und Toni — und sehr vielen Bravo-Postern.

Pierre Littbarski und Toni Schumacher hingen an den Wänden, und ich bin quasi mit dem Effzeh darauf aufgewachsen. Was in einer Zeit, in der der FC noch richtig erfolgreich war, sicher die leichtere Übung war. Die großen Auf und Abs kamen später. Treu geblieben bin ich trotzdem — seit 2004 als Vereinsmitglied.

Meine Frau habe ich bei einem gemeinsamen Besuch im Stadion angesteckt. Unsere beiden Söhne wurden danach direkt aus dem Kreissaal im Effzeh angemeldet. Unsere Nachbarin fährt bis heute zu vielen Heim- und Auswärtsspielen; bei mir muss es mit der Familie zusammenpassen. Verpasst wird trotzdem kein Spiel — Fernseher oder iPad, egal, es wird Köln geschaut.

  • 2004 Vereinsmitglied. Angefangen hat es lange vorher, an den Wänden im Kinderzimmer.
  • 2Söhne direkt aus dem Kreissaal im Effzeh angemeldet. Beide.
  • 0verpasst Kein Spiel. Ob im Fernsehen oder auf dem iPad — es wird Köln geschaut.

Die Jungs lieben ihre neuen El-Mala-Trikots über alles. Am liebsten würden sie darin schlafen.

Zu Hause

Ein Raum in Rut un Wiess.

Inzwischen gibt es hier einen eigenen Effzeh-Kinoraum. Rot und weiß, ringsum ganz viel Verein — und davor Original-Kinosessel aus dem alten Kino in Detmold.

Gerade richtig für drei Punkte.

Der Kleiderschrank

Erst 27 Shirts.
Und der Stapel ist tiefer.

Irgendwann war die Sammlung so groß, dass sie fotografiert werden musste. Also: Kappe auf, immer dieselbe Hecke im Rücken, immer dieselben Sandalen auf demselben Brett — und dann Shirt für Shirt. Bis zu dem Punkt, an dem der Stapel noch weiterging und das Tageslicht nicht mehr.

Herausgekommen ist ein Daumenkino aus zwei Jahrzehnten: Aufstieg 2014, Aufstieg 2019, Aufstieg 2026. Tradition seit 1948. „1. FC Köln 365, always forever“ auf dem Rücken. Und dazwischen alles, was ein Verein einem so in den Schrank legt, wenn man ihm lange genug treu bleibt.

Der Clip läuft ohne Ton und nur, solange er im Bild ist. Wer im Betriebssystem weniger Bewegung eingestellt hat, sieht ein Standbild.

27 Shirts, eine Hecke, kein Schnitt an der falschen Stelle. Fortsetzung folgt.

Nächstes Spiel, nächstes Lied.

Bis dahin gibt es fünf Lieder, die genauso laut sind wie die Hoffnung.

Auch da: Donna and Bob